ALTSTADT

Das Abthaus war das städtische Domizil der im Harsefelder Kloster residierenden Erzäbte, die hier auch Zuflucht fanden. Nach seiner Restaurierung präsentiert sich dieses Gebäude so, wie es vor über 350 Jahren gebaut wurde. Als giebelständiges Dielenhaus blieb es bis in die Gegenwart erhalten und weist einen zweigeschossigen Aufbau mit vier durchlaufenden Ständern auf.

Ein Haustyp, der in niedersächsischen Städten des 16. Jahrhunderts häufig anzutreffen ist. Die vier Knaggen mit Doppelfiguren sind auch heute noch gut erkennbar und zieren vier handgeschnitzte Apostelpaare. Die dritte Heiligenfigur von links scheint der Apostel Jakobus mit Stab, Buch und Pilgerhut zu sein, neben ihm als vierte wohl Johannes mit Kelch.

Im Hausbalken, ein etwa 2,50 m langer Eichenbalken, den man im hinteren Gebäudeteil freilegte, ist der Name des Hausherrn, Herr Paridom Kof, Erzabt zu Herseveldt, eingekerbt, dessen Amtszeit in das Jahrzehnt zwischen 1618 und 1628 fällt. In diesem auch von Kaufleuten bevorzugtem Quartier lebte auch der Herzog Moritz von Sachsen-Lauenburg (1551-1612). Er war der dritte Sohn von Franz I. und Sybille von Sachsen-Freiberg. Sein Bruder Franz II. regierte 1585 das Herzogtum Lauenburg ( mit dem Land Hadeln und dem Amt Neuhaus an der Elbe ). Um 1585 oder 1586 nahm Herzog Moritz seinen bleibenden Aufenhalt in Buxtehude, der mit wenigen Unterbrechungen bis zu seinem Lebensende dauerte.

Heute gehört das Abthaus dem Heimatverein und wird als Cafe, Teehaus und Kunstgalerie bewirtschaftet.

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